04.04.2010
Ostern ist fast wie Weihnachten. Es gibt kleine Geschenke und meistens ist man bei der Familie. Man selbst hat sich nicht im Griff, futtert sich von Oma zu Opa und sagt danach, dass man in diesen Tagen soviel wie noch nie gegessen hätte. Als ob man das nicht selbst steuern kann. Komisch.
Ich war am Karsamstag oder besser gesagt zur Osternacht in einer Leipziger Kirche. In einer katholischen noch dazu. Ich muss gestehen, dass ich schwer beeindruckt bin. Himmel und Menschen drängten sich auf den Plätzen - sie saßen auf zusätzlich aufgestellten Stühlen und sogar auf dem Rang. Dort saß auch ich, auf einer Treppe. Ein Platz war nicht mehr zu bekommen - und das, obwohl ich schon ne halbe Stunde vorher da war.
Mein Platz war aber der Beste. Definitiv! Denn er war direkt neben den Streichern. Ja, da merkt man, dass man in Leipzig ist. Ein Kirchenchor, der in der Osterzeit mal locker 6 bis 7 Tage durchträllert (und das auch noch grandios gut!) gehörte ebenso zur Besatzung der Osternacht wie die Streicher. Natürlich gabs Händels "Halleluja" aus dem Messiah-Oratorium. Ich musste mir immer wieder sagen, dass das ein Gottesdienst ist und kein Konzert. Wirklich gut.
Selbst die Predigt war ungewohnt gut (Pardon, hatte da bisher nicht so gute Erfahrungen gemacht!). Von Händel kam der Pfarrer auf Victor Hugo und dann zu Louis Armstrong. Wunderbar! Da hat er alle mitgenommen. Vielleicht noch was von Ballack - dann aber wäre der Sack zu, oder der Ball im Tor. Je nach dem.
Der Pfarrer dankte nach 2 1/2 Stunden den Musikern, der Chorleiter meinte, die Predigt war auch nicht schlecht. So klatschten die Kirchgänger zweimal. Verdient hatten sie es auch beide.
Frohe Ostern!