Herstellungsland: UK / USA 2008
Länge: 119 min.
Regie: Sam Mendes
Kamera: Roger Deakins
Buch: Richard Yates (novel), Justin Haythe (screenplay)
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Kate Winslet, Michael Shannon, Kathy Bates, Dylan Baker
DiCaprio & Winslet #Foto: Presse/Kinoverleih#
Kate Winslet ist es, die maßgeblich für die Entstehung dieses Projektes verantwortlich ist: Dem Anschein nach ist sie nicht nur eine großartige Schauspielerin, sondern auch solch eine, die ganz bewusst und gezielt ihre Drehbücher auswählt. Wie sonst kommt es dazu, dass sie in Filmen wie zum Beispiel „Vergiss mein nicht!", „Little Children" oder demnächst in „The Reader" zu sehen und zu bewundern ist?
Nach eigener Aussage, bekam sie das Drehbuch zugeschickt und war hellauf begeistert. Zu dieser Zeit gab es weder Schauspieler, noch Crew für das Projekt. Winslet dachte an Leonardo DiCaprio als Hauptdarsteller und ihren Ehemann Sam Mendes für den Regiestuhl. Der Rest dürfte eine Flut an grünem Licht für „Revolutionary Road" gewesen sein...
Frank (DiCaprio) und April Wheeler (Winslet) führen ein geregeltes Leben in einer kleinen Vorstadt in den 50er Jahren. Sie ist Hausfrau und kümmert sich um die gemeinsamen Kinder. Er hat einen Bürojob, der immerhin genug Geld abwirft, um ein gutbürgerliches Leben zu führen. Alles scheint perfekt, aber unter der Oberfläche bröckelt es, und zwar gewaltig ...
Das offizielle Filmplakat
Einige werden bei diesem Film etwas erwarten, was sie schon in vielfacher Form gesehen haben. Doch „Revolutionary Road" ist keine Schmonzette im klassischen Sinne - im Gegenteil.
Hier ist kein Platz für viel Romantik und große Gefühle der positiven Art. Der Anschein wird aber zunächst durch das Kinoplakat und die seichten und bisweilen blassen Bilder erweckt und ist durchaus gewollt.
Auch die Art und Weise, wie der Film seine Geschichte erzählt, wirkt zunächst langsam und teils sogar langatmig, aber nie langweilig. Hiervon sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn was folgt, hat es wirklich in sich.
Zunächst hatte ich so meine Bedenken, was diesen Kinofilm angeht, denn wirklich alles an ihm ist sehr groß: Die Darsteller sind allesamt eine Augenweide. Nicht nur Leonardo DiCaprio und Kate Winslet, die sich schauspielerisch gegenseitig im wahrsten Sinne die Seele aus dem Leib prügeln.
Gerade in kleinen Nebenrollen brillieren Kathy Bates als spießbürgerliche Rentnerin und vor allen Dingen Michael Shannon, als deren psychisch gestörter Sohn.
Geschwenkt hat Roger Deakins, einer der bekanntesten amerikanischen Kameramänner überhaupt. Er hat schon einige Filme von Regisseuren wie Ethan & Joel Coen, Ron Howard oder Martin Scorsese fotografiert.
Schließlich steht mit Sam Mendes einer der vielversprechendsten Regisseure der Gegenwart hinter dem Projekt, deshalb etwas mehr zu...
Helden gibt es in seinen Filmen keine. In der Regel lässt er zumindest eine/n seiner Hauptdarsteller/innen am Ende sterben und es geht stets um die Abgründe menschlicher Psyche. Simple Geschichten und Filme nach Schema F sind nicht Mendes´ Metier.
Bei „American Beauty" sind sich Filmkritiker weltweit einig: Alle voll des Lobes. Auszeichnungen gab es obendrauf Unzählige.
Besonders hervorgetan hat sich der britische Theaterregisseur mit dem Gangsterfilm „Road to Perdition". Die Kunst der Bildsprache wird hier zelebriert.
... prügeln sich die Seele aus dem Leib ...
„Revolutionary Road“ ist genau das, was man (ich) im Kino sehen will: Eine gute Geschichte, sensibel erzählt und genau richtig gewürzt ohne künstliche Geschmacksverstärker wie Klamauk, Action oder
Kitsch.
Zugegeben macht es uns Regisseur Mendes nicht leicht seine Figuren zu mögen, aber das ist es, was seinem Film Spannung, Vielschichtigkeit und Tiefe verleiht. Er ist keine Romanze im Stil von
„Casablanca“, sondern vielmehr ein Drama über das Leben eines jungen Paares, was mehr und mehr aus den Fugen gerät. Tragik und Komik reichen sich dabei stets die Hand.
Somit könnte die Handlung problemlos auch in der Gegenwart spielen, denn das eigentliche Thema des Films ist der Schein. Der Anschein, der den Menschen vorgegaukelt wird oder den sie sich selbst
einreden, dass alles immer in Ordnung ist, vor allem bei den Anderen.
Fazit: Ein intensiv gespieltes Drama mit tollem Ensemble und starkem Ende.
007elix am 23.01.2009
007elix gibt dem Streifen 6 von 7 Sieben