Herstellungsland: USA 2008
Länge: 141 min.
Regie: Clint Eastwood
Darsteller: Angelina Jolie, Gattlin Griffith, Jeffrey Donovan, John Malkovich, Michael Kelly, Colm Feore
Angelina Jolie und Jeffrey Donovan
Christine Collins (Angelina Jolie) ist eine alleinerziehende Mutter in Los Angeles um 1928. Die Goldenen Zwanziger sind fast vorbei - die wirtschaftliche Depression steht kurz bevor. Um ihren einzigen Sohn, den kleinen Walter (Gattlin Griffith), heranzuziehen, arbeitet sie als Telefonistin - bis sie eines Tages heimkehrt und der Junge spurlos verschwunden ist.
Der Polizeichef von Los Angeles Captain Jones (Jeffrey Donovan) lässt landesweit nach dem Kind fahnden und bringt der Mutter Monate später einen Sohn nach Hause - den Christine noch nie zuvor gesehen hat. So beginnt der Albtraum einer Mutter, der sich, etwa so, tatsächlich abgespielt haben muss.
Was folgt, ist ein dichtes Netz aus Korruption, wodurch sich die Schlinge um Christine Collins´ Hals zuschnürt - gelinde gesagt. Niemand, bis auf den aufrichtigen Pfarrer Briegleb (John Malkovich), scheint der geschlagenen Frau die Verwechslung zu glauben. Bis ein kleiner Junge mit einem bösen Geheimnis aufwartet, wodurch sich alles verändern wird.
Das offizielle Plakat
"Changeling" beruht auf einer wahren Begebenheit, die in einer sehr komplexen Handlung von Regisseur Clint Eastwood (78) nacherzählt wird. Dramatischer und ergreifender hätte sich diese Geschichte wohl kein Drehbuchautor ausdenken können.
Trotz der Vielfalt an Ereignissen gelingt es Eastwood, seinen Film in Überlänge schlüssig, aber vor allem spannend zu erzählen. In diesem 141 Minuten langen Flimmern kommen so viele interessante Aspekte zum Vorschein, dass ich sie hier nur bedingt wiedergeben kann. Beispiel: Die Darstellung der Polizei durch die damalige Presse: Ermittlungen, die monatelang ins Nichts führen, werden vertuscht, indem die Rückkehr des vermeintlich "richtigen" Sohnes zur Mutter als rühmlicher Verdienst der Beamten in Szene gesetzt und aufgebauscht werden.
Auf die Frage, warum so etwas damals passieren konnte, heute jedoch nicht mehr und wie es möglich war, dass Korruption und Mord von Seiten der Polizei ausgeübt worden, hat Regisseur Eastwood eine plausible Antwort: "... Heute können sie das nur deshalb nicht mehr machen, weil sofort eine TV-Kamera mitfilmen würde oder jemand mit seinem Handy..."
Um diesen Fehler der "Verwechslung" nicht öffentlich Preis geben zu müssen und somit an Ansehen einzubüßen, wird jeglicher Vorwurf durch Christine Collins von den Kriminalbeamten beiseite geschoben.
Clint Eastwoods neues Kammerspiel glänzt nicht nur aufgrund seiner erstklassigen Geschichte, sondern auch gerade deshalb, weil alle Beteiligten einzigartig und intensiv spielen, ohne ein zunächst zu erwartendes Overacting speziell von der Hauptdarstellerin Angelina Jolie. Sie spielt sehr professionell und auffallend zurückhaltend, aber immer glaubhaft.
Zur Gestaltung ist zu sagen, dass Eastwood auf jedwede Sperenzchen verzichtet und sich bedacht auf eine unaufdringliche Inszenierung der Ereignisse konzentriert. Das ist gut so, denn so überlässt er es seiner aufwendigen Kulisse, der rührenden Geschichte und seinen herausragenden Darstellern, das Publikum zu packen, zu überzeugen und somit letztendlich mitzureißen.
Fazit: einfühlsame Regie, überzeugende Darsteller, aufrüttelnde Geschichte - besonders sehenswert!
007elix am 11.02.2009
007elix gibt dem Film 5 von 7 Siebenen
Kommentar schreiben
Kommentare: 0